Schöpfer des Corona-Universums
Während des Corona-Lockdowns arbeiteten meine SchülerInnen von zu Hause aus. Im Fernunterricht, alle in ihrer eigenen Welt. Ich machte diese Ausgangslage zum Werkthema. Ziel dieser Übung war es, alle diese isolierten Welten wieder zusammenzubringen.
Die SuS waren herausgefordert, selbständig aktiv zu werden und sich mit der Situation auseinanderzusetzen. Die Aufgabe für die SchülerInnen bestand darin, je eine Styroporkugel rund um ihre eigene Welt zu gestalten. Und zwar nur mit einem einzigen Material, das bei ihnen zu Hause reichlich vorhanden war. Die 22 Kugeln brachte ich mit dem Veloanhänger daheim bei allen Schülerinnen vorbei. Natürlich kontaktlos.
Am Ende des Fernunterrichtes vereinigten wir all diese eigenen Welten zu einem gemeinsamen Universum. So schufen wir ein Gefühl der Verbundenheit in dieser schwierigen Zeit.
Das fast poetische Werk lässt Interpretationsspielraum über die erlebte Homeschoolingzeit jedes Einzelnen.
Gewisse Kugeln überraschten durch ihre technische Bearbeitungstechnik, seien es feinsäuberlich aneinandergereihte Zahnstocher oder mit Stecknadeln dekorativ befestigte Papierstanzereien. Andere überraschten inhaltlich, so z.B. eine Zeitungscollage mit Corona-Facts oder eine mit Legofiguren ausgestattete Kugel, welche eine Geschichte herauslesen lässt.